28 Mai Bericht 2025
Sinkende Hinweiszahlen. Hinsehen und melden – damit geholfen werden kann.
Was bedeutet das für die Strafverfolgung und den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern?Sinkende Hinweiszahlen
Allein im Jahr 2024 wurden dem BKA über das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) über 200.000. Hinweise der Diensteanbieter zur Verfügung gestellt. Über die Hälfte der Fälle war auch strafrechtlich relevant.
Weniger Hinweise der großen Internetanbieter mit Bezug zu Nutzern aus der Europäischen Union bedeuten weniger Ermittlungsansätze, um Täter, die Darstellungen von sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet verbreiten, zu verfolgen. Denn: Ohne die Meldung der Provider werden nur noch solche Fälle bekannt, bei denen Nutzer Inhalte selbst melden. Gerade beim direkten Tausch von Missbrauchsmaterial hat jedoch keiner der Beteiligten ein Interesse an der Meldung, da beide Seiten sich strafbar machen. In Fällen von Cyber grooming stehen die jungen Opfer unter psychischem Druck, der sie oft von der Meldung abhält.
Im schlimmsten Fall bedeutet dies: Täter können mit geringerem Risiko entdeckt zu werden, Missbrauchsdarstellungen verbreiten.
Hinzu kommt: Sinken die Hinweiszahlen, wird auch neu hergestelltes, d.h.aus einem bisher polizeilich nicht bekannten Missbrauch hervorgegangenes Material, später oder gar nicht erkannt. Gerade bei unbekanntem Material ist die Chance größer, neue Ermittlungsansätze zu finden, den oder die Täter zu identifizieren und damit dem Opfer einen wiederholten, in einigen Fällen jahrelang wiederkehrenden Missbrauch zu ersparen.
Dies gilt umso mehr für Anzeichen von Cyber grooming, wo ein schnelles Erkennen und Einschreiten einen Missbrauch im besten Falle direkt verhindert.
Das BKA sieht aus kriminalpolizeilicher Sicht daher eine Beibehaltung der bisherigen Regelung bis zum Inkrafttreten einer geplanten dauerhaften Rechtsgrundlage(CSA-Verordnung) als zwingend erforderlich an, um nicht in der Strafverfolgung hinter den bisherigen Stand zurückzufallen.
Die Prävention sexualisierter Gewalt ist eine zentrale Forderung des ganzheitlichen Kinderschutzes. Zugleich sieht sie sich einem hohen Maß an Tabuisierung, Unsicherheit, offener Ablehnung und mangelndem Fachwissen ausgesetzt.
Seit mehr als 15 Jahren hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Tutor e.V. geht davon aus, dass Erwachsene für den Schutz der Kinder verantwortlich sind. Erwachsene beeinflussen teilweise ungewollt den Gefährdungsgrad der ihnen anvertrauten Kinder, indem ihre Erziehungspraxis jene Faktoren fördert, die sexualisierte Gewalt begünstigen können. Daher sollten sich die Präventionsprogramme vorrangig an Erwachsene und pädagogische Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten und leben. Erst danach beginnt die Arbeit mit den Kindern.
Tutor setzt auf Präventionsarbeit. Machen Sie Ihre Schulen darauf Aufmerksam, dass sie für die Kinder kostenfrei Präventionsmappen anfordern können und der Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten auch Kosten für Präventionsprojekte trägt.
Die vielen Anrufe auf unserer kostenlosen Info-Hotline sind uns wichtig, da wir hier die Vorgespräche führen – egal, ob sie positiv oder negativ ausfallen. Wir sind immer mit einem Ohr bei den Anrufern und schauen, wo wir helfen können.
Unsere Präventionsarbeit, bei der wir jährlich über 10.000 Präventionsmappen an Kindergärten und Schulen verteilen, zeigt, wie wichtig es ist, dieses Thema auf spielerische Weise an Kinder heranzutragen.
Auf diesem Wege ein ganz liebes Dankeschön an alle Sponsoren, die diese Arbeit erst möglich machen und uns seit Jahren treu zur Seite stehen.
Der Vorstand